Use Case

#8 wie ein mistkübel zur marketingplattform wurde

27. Juli 2022 • 3 Min. Lesezeit

Red Bull Dose – Guerilla Marketing

Du lebst in den späten 80er-Jahre. Alle tragen wilde Frisuren und in jeder Ecke hört man das Elektroschlagzeug und Synthesizer-Beats. Kraftlos machst du dich mit ein paar Freunden auf den Weg in euren Lieblingsclub. Jetzt ein Energy-Drink würde die Batterien wieder aufladen, stimmts? Aber: du hast die Qual der Wahl. Der Markt ist geradezu überschwemmt von Energy-Drink-Herstellern. Die Markenvielfalt im Energy-Drink-Sektor ist dem Branchenriesen Red Bull in der Anfangsphase seines Geschäfts ein Problem gewesen. Die Frage, die sich Red Bull stellte, war: Wie kann sich ihr Energy-Drink von der Masse abheben?

überall stehen sie herum. keiner beachtet sie.

Mülleimer.

Über den Zeitraum von einigen Monaten füllte Red Bull Londons Mistkübel mit leeren Red Bull-Dosen.

Da die Menschen in den Mistkübeln die leeren Red Bull-Dosen sahen, sollten die Leute zu dem Schluss kommen, dass Red Bull DER Energy-Drink schlechthin sei. Die Verbraucherinnen und Verbraucher gingen davon aus, dass Red Bull nicht ohne Grund so beliebt war.

Heute hat Red Bull einen weltweiten Marktanteil von ca. 43 % im Energydrink-Sektor und ist damit mit Abstand der größte unter den Wettbewerbern.

Mistkübel als Marketingplattform

Bildquelle: Unsplash

was ist das geheimnis dieser aktion?

Fester Bestandteil dieser Aktion war, die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu lenken.

  1. Wie gewinnt man ein Stück Aufmerksamkeit der Menschen für sein Produkt oder seine Dienstleistung?
  2. Im Marketing ist Social Proof ein extrem wichtiger Bestandteil: Folge den Führenden. Die Menschen sehen, dass etwas beliebt ist, also folgen sie dem Trend. (Deswegen siehst du auf Amazon immer: “Andere haben auch gekauft”) Wenn du diese zwei Punkte verstehst, verstehst du auch, warum die Guerilla-Marketing-Aktion von Red Bull funktionierte.

Der Markt war mit zu vielen Energy-Drink-Angeboten überlastet und so stellte Red Bull leere Dosen in Mülleimern und in Clubs auf, um den Eindruck zu erwecken, dass alle anderen auch Red Bull trinken. Ganz einfach, oder? Da über 90 % der Verbraucher unbezahlten Empfehlungen eher vertrauen als jeder anderen Art von Werbung, ist es leicht zu erkennen, dass die Strategie von Red Bull erfolgreich war.

kurz zusammengefasst: was können wir hier mitnehmen?

  • Mit Kreativität, Mut und einem Schritt zu etwas Neuem erkannte Red Bull eine Chance. Jedes Unternehmen hat ein Alleinstellungsmerkmal. Auch deines! Mach dir mal ein paar Gedanken darüber – von der Verpackung, zum Kundenservice bis zu der Art, wie man bei dir bestellen kann. Schau mal hier: #7 Gegen den Strom schwimmen
  • Habe keine Angst, zu scheitern! Selbst die größten Unternehmen haben Marketingflops. Analysiere, warum etwas nicht funktioniert und ziehe deine Lehren daraus.
  • Dein Produkt, oder deine Dienstleistung muss von den Menschen gefunden werden. Von der Google-Suche über die sozialen Medien bis hin zu Mundpropaganda – du musst wissen, wo deine Zielgruppe dich finden kann!
  • Kopiere nicht einfach die Konkurrenz. Aber lass dich von ihr inspirieren. Hebe dich von der Masse ab! → Mehr dazu in Post #7

Wenn's euch gefallen hat, dann erzählt's gerne euren Freund*innen, Kund*innen oder ganz einfach am Dorfstammtisch weiter. Wir würden uns freuen!

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